09.05.17

IBUS - die Lernwerkstatt für junge Geflüchtete stellt sich vor

Beim Tag der Offen Tür in Ostfildern konnten sich Interessiert zu den Inhalten des neuen Projekts informieren.

Tag der Offenen Tür bei IBUS - der Lernwerkstatt für junge Geflüchtete

Die jungen Männer erhalten keine Bezahlung, aber Zuwendung und Zeit. Die IBUS-Lernwerkstatt in Nellingen vermittelt jungen Geflüchteten eine Ahnung von den Arbeitstugenden, die in deutschen Betrieben eingefordert werden. In den Kursen erhalten die jungen Männer Einblicke in vier Gewerke und lernen Grundfertigkeiten und Fachausdrücke.

Dem Haus der städtischen Sanierungsgesellschaft in der Hindenburgstraße 47 sieht man an, dass schon viel Arbeit investiert wurde. Unter Anleitung der ehrenamtlichen Handwerksmeister wurde verputzt, gemaltert und montiert.

Seit dem Frühjahr befindet sich dort neben einer Fahrradwerkstatt und -ausgabestelle eine Annahmestelle für Sachspenden sowie eine Kleiderkammer.

Um die Bürgerschaft zu informieren, lud der Trägerverbund von Stadt Ostfildern, Freundeskreis Asyl und Kreisdiakonieverband zum Tag der Offenen Tür ein. IBUS steht für Integration - Beschäftigung - Unterstützung - Sprache. Die angebotenen Kurse in dem auf drei Jahre angelegten Projekt werden derzeit von 16 jungen Männern besucht. Dass es nur Männer sind liegt laut Friedrich Becker, dem Projektleiter, an den Kursinhalten. Vermittelt werden u.a. Kenntnisse des Elektro- und Malerhandwerks.

Erich Claß und Sascha Thiel, beide Handwerksmeister, leiten die jeweils zwölfwöchigen Kurse ehrenamtlich. Um am Ende das Zertifikat in den Händen zu halten, müssen die Kursteilnehmer einiges leisten. Die regelmäßige Anwesenheit ist wichtig und wird in einem Arbeitsbuch dokumentiert.

Insgesamt sollen vier Handwerksbereiche angeboten werden. Laut Andrea Koch-Widmann, zuständig für Integration und Flüchtlingshilfe bei der Stadt Ostfildern, sucht die Lernwerkstatt noch fachkundige Anleiter/innen für die Bereiche Holz und Metall. "Ideal wären Meister im Ruhestand." Vorbild für IBUS war das niederschwellige Arbeitstraining für Flüchtlinge, wie es die Stadt Schwäbisch Gmünd als erste etablierte.

Stark mitgetragen wird IBUS vom Freundeskreis Asyl, zum dem auch Marget Claß gehört, die im begleitenden Sprachunterricht Fachbegriffe des Handwerks vermittelt. Ursula Zitzler als Vorsitzende des Freundeskreises freut sich, dass die Kurse angenommen werden und das alles ohne großen bürokratischen Aufwand laufen kann. Bürgermeister Rainer Lechner sieht zwei Stärken: es würden handwerkliche Grundlagen vermittelt und eine Tagesstruktur geboten.

Finanziert wird das Projekt aus Mitteln der Deutschen Fernsehlotterie. Die Stadt Ostfildern stellt das Gebäude. Bei der Einrichtung waren Freunde und Förderer wie auch die EZ-Weihnachtsspendenaktion beteiligt.

Weitere Informationen zum Projekt IBUS