Es geht bergauf mit der Integration

Vier herrliche Wander-Tage verbrachte eine Gruppe junger Erwachsener mit und ohne Fluchterfahrung im großen Walsertal.

Bild: Tobias Warnecke

Organisiert wurde die Freizeit vom Evangelischen Jugendwerk in Kooperation mit dem Kreisdiakonieverband. Mit Kleinbussen ging es nach Blons in Österreich. In einer urigen Berghütte mit Matratzenlager waren die jungen Leute untergebracht. Schon am ersten Abend entstand beim Essen, Spielen und Singen ein fröhliches Gemeinschaftsgefühl. An den folgenden drei Tagen ging es hoch hinaus. Mehrstündige Bergtouren, zum Teil mit alpinen Steigen, forderten Ausdauer und Geschicklichkeit. Belohnt wurden die Bergsteiger durch ein grandioses Alpenpanorama, erholsame Pausen auf sonnigen Almwiesen und dem Erfolgserlebnis am Gipfelkreuz.
Am Abend kochten die Teilnehmer/innen gemeinsam. Auch hier wurde integriert und kombiniert: schwäbische Käsespätzle mit österreichischem Bergkäse und syrisches Fateh mit deutschem Karottensalat. Im Anschluss gab es Gesprächsgruppen zu interreligiösen Themen. Beim Thema Gebet entwickelte sich nach einer ersten Scheu ein reges Gespräch. Gegenseitig geben sich Muslime und Christen Auskunft, was ihnen am Gebet wichtig ist. Dabei wurde so manches Vorurteil und Halbwissen korrigiert und Gemeinsamkeiten entdeckt, sowie Unterschiede benannt. Spät in der Nacht endeten die erlebnisreichen Tage mit Kartenspielen und Liedern.
„Hier muss ich immer Deutsch sprechen. Das ist gut, so lerne ich schnell, “ meint Nasser „in meiner Umgebung wohnen viele andere Syrer, da komme ich immer mit Arabisch durch.“ „Ich kann sogar schon ein bisschen Schwäbisch“ verkündet Mohamed stolz. Gsälz, Bruddler und Fischkopf gehören nun zu seinem Wortschatz
Evi Handke, die neue Koordinatorin im Bereich kirchlich-diakonische Flüchtlingsarbeit in Nürtingen freut sich über den tollen Start in ihr neues Arbeitsfeld. „Es war schön zu sehen, wie offen und interessiert die jungen Leute aufeinander zugegangen sind. Für die jungen Syrer war Wandern als Freizeitbeschäftigung fremd. Doch so sportlich wie die vier sind, konnten sie problemlos mithalten. Sie haben Freude am Wandern und Bergsteigen gefunden. Viel wichtiger aber sind die Beziehungen, die gewachsen sind. Als Nachtreffen haben wir einen Ausflug zum Uracher Wasserfall verabredet, ein kleiner Spaziergang im Vergleich zu den Touren im Großen Walsertal“.