Culture kitchen – zusammen kochen, essen und lachen

Fufu, Yams und vieles mehr, dessen Namen wir Deutschen weder richtig aussprechen, noch uns merken können, dampft in den Töpfen. Vier junge Männer aus Togo und der Jugendclub des CVJM Unterensingen kochen bei der culture kitchen zusammen.

Culture kitchen ist ein Projekt des Kreisdiakonieverband Esslingen, bei dem sich junge Geflüchtete und junge Einheimische begegnen. Die jungen Erwachsenen lernen, wie im Heimatland der Geflüchteten gekocht und gegessen wird. Beim gemeinsamen schnippeln, rühren und bruzzeln kommen sie ins Gespräch und entdecken Gemeinsamkeiten. Die Geflüchteten sind stolz auf die Küche ihres Heimatlandes und präsentieren stolz die Leckerbissen.

Der Tisch ist voll mit Schüsseln und Töpfen. Die Togolesen wollen zeigen wie vielfältig ihre Küche ist: Fisch, Rind, Hühnchen, frittierte Kochbananen und Soßen mit Erdnussbutter, Tomaten oder Spinat. Für die Deutschen gibt es einiges zu lernen, zum Beispiel Fufu mit den Händen zu essen. Es wird gelacht und zwischendurch ist es auch ganz still, weil alle den Mund voll haben.

„Die culture kitchen Abende sind ein erster wichtiger Schritt“, erklärt Evi Handke, die Organisatorin, “die jungen Leute haben oft keinen Kontakt zu einander, obwohl sie am gleichen Ort wohnen und gleich alt sind. An einem Tisch sitzen und essen verbindet. Bei der culture kitchen kommt noch dazu, dass sie das etwas zusammen machen, sie haben eine gemeinsame Aufgabe und ein gemeinsames Ergebnis. Die Einheimischen lernen die fremde Kultur zu schätzen und erfahren, wie die Lebenssituation der Geflüchteten ist.

Ich erinnere mich an ein Gespräch zwischen zwei jungen Männern: der Geflüchtete erzählte, dass sein Bruder auf der Flucht vor dem IS ist, er wollte nicht als Kämpfer rekrutiert werden. Der Deutsche meinte daraufhin, dass ihm seine Sorgen um die nächste Klassenarbeit plötzlich ganz klein erschienen. Ich bin mir sicher, dass das Bild, das wir von >dem Flüchtling< haben, an diesem Abend deutlich bunter, vielschichtiger und positiver wird“, resümiert Evi Handke. „Ich ermutige die Jugendgruppen, die bei den Kochabenden mitmachen, die Geflüchteten zu weiteren Veranstaltungen einzuladen. Wenn sie sich dort wieder treffen, können sie auf erste gute Erlebnisse aufbauen.“

Die culture-Kitchen-Kochabende werden von Evi Handke, Diakonin für kirchlich-diakonische Flüchtlingsarbeit im Kirchenbezirk Nürtingen des Kreisdiakonieverband Esslingen, organisiert. Sie finden in Kooperation mit Kirchengemeinden und Ortsjugendwerken/CVJM´s statt.

Bei Interesse eine culture kitchen zu veranstalten, bitte melden: e.handke@kdv-es.de.

Die Idee darf gerne kopiert werden!