Ein ganzes Berufsleben für die Diakonie

Dietmar Bauer-Sonn mit dem Goldenen Kronenkreuz der Diakonie ausgezeichnet

© Foto: Rapp-Hirrlinger

v.l. Eberhard Haußmann, Dietmar Bauer-Sonn, Dekan Bernd Weißenborn

36 Jahre lang, und damit sein ganzes Berufsleben, hat sich Dietmar Bauer-Sonn für die Diakonie im Landkreis Esslingen eingesetzt, in der Sozialberatung der Diakonischen Bezirksstelle (DBS) Esslingen, später als deren Leiter und ab 2006 zugleich als Leiter der DBS Filder. Auch die Verwaltungsleitung des Kreisdiakonieverbands im Landkreis Esslingen (KDV), Träger der DBS, hatte er zuletzt inne. Jetzt wurde der 63-Jährige mit einem Gottesdienst und einem Festakt in den Ruhestand verabschiedet. Für sein Engagement wurde Bauer-Sonn mit dem Kronenkreuz in Gold, der höchsten Auszeichnung der Diakonie, geehrt.

Rund 120 Kolleginnen und Kollegen, Weggefährten, Freunde und Familie hatten sich in der Esslinger Johanneskirche zum Abschied eingefunden. „Dies ist ein Zeichen der Verbundenheit und Wertschätzung für ihre langjährige Arbeit im Dienste von in Not geratenen Menschen, sagte der Esslinger Dekan Bernd Weißenborn und verwies in seiner Predigt darauf, „dass Diakonie „keine irgendwie geartete Zugabe, sondern Wesensmerkmal der christlichen Botschaft ist“.

„Dienet einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat“: Dieser Leitspruch des Kreisdiakonieverbands gelte ganz besonders für Dietmar Bauer-Sonn, der über 36 Jahre seine Gaben in den Dienst der Diakonie eingebracht habe, sagte Eberhard Haußmann, Geschäftsführer des KDV. Er beschrieb die beruflichen Stationen Bauer-Sonns, der nach Ausbildung und Studium an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung ein Studium der Sozialarbeit absolviert hat, bevor er bei der DBS Esslingen seinen Dienst begann. Vieles habe Bauer-Sonn in den Jahren im KDV mit aufgebaut: Den Sozialpsychiatrischen Dienst, die Alleinerziehendenarbeit, die Schuldnerberatung, das Schulkinderprojekt oder die Diakonieläden. Bauer-Sonn habe immer der Kooperationswille, gepaart mit einem Schuss Eigensinn, ausgezeichnet. Ihm selbst sei er stets ein loyaler Stellvertreter gewesen. „Seine Mitarbeiter waren ihm immer ein hohes Gut, über die er seine schützende Hand hielt“, betonte Haußmann.

Die gegenseitige Achtung und Zuneigung zeigten auch die humorvollen und wertschätzenden Beiträge der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – ob musikalisch, als Sketsch oder in Form eines Films, in dem nicht nur sie, sondern viele Wegbegleiter zu Wort kamen. Die Mitarbeitenden skizzierten ihren scheidenden Chef als zugewandt und fürsorglich, humorvoll und besonnen, der immer ein offenes Ohr gehabt habe. Mit einem Augenzwinkern berichteten sie aber über seine Eigenheiten. Immer wieder wurde angesprochen, wie wichtig Bauer-Sonn der Sport war, ob die Fahrt zur Arbeit mit dem Fahrrad oder das Laufen und die Organisation der Diakoniemannschaft beim Eßlinger Zeitungslauf unter dem bezeichnenden Motto „Antreten und Laufen gegen Armut“.

Oberbürgermeister Jürgen Zieger hob das Verbindende von Diakonie und bürgerlicher Gemeinde in der Wahrnehmung sozialer Verantwortung hervor. Mit ihrem Engagement ermögliche die Diakonie benachteiligten Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und leiste einen Beitrag, „die Gesellschaft zusammen zu halten“. Regina Lutz, die Leiterin des Kreissozialamts, würdigte Bauer-Sonn als „Mann des Dialogs“ und „Menschen, der Verantwortung übernimmt“. „Wir brauchen Menschen wie Sie, die sich stark machen für andere“, betonte Pfarrer Thomas Stürmer vom Diakonischen Werk Württemberg. Für Dekan Michael Waldmann, Vorsitzender des KDV, war Bauer-Sonn „das Gesicht der Diakonie“. Er bewundere dessen Engagement für die Schwachen in der Gesellschaft.

„Ich habe in all den Jahren das Vertrauen gespürt, das mir entgegengebracht wurde, das war wichtig und hat mir gut getan“, sagte Bauer-Sonn. Er dankte nicht nur denjenigen, die ihn nun zum Abschied ehrten, sondern auch „den vielen, die die Arbeit der DBS unterstützt haben, auch im Ehrenamt“. Er nehme nun Abschied von einem Beruf, der immer auch Berufung gewesen sei und freue sich, mehr Zeit für seine Familie zu haben. Nach einer Pause wolle er sich selbst wieder stärker ehrenamtlich engagieren.

Text: Ulrike Rapp-Hirrlinger