Esslinger Vesperkirche wird wegen Coronavirus abgesagt

Schutz der Gäste und Mitarbeitenden geht vor – auch Benefizveranstaltungen abgesagt

© Foto: Peter Dietrich

„Gemeinsam an einem Tisch“ sollte es vom 8. bis zum 29. März zum zwölften Mal in der Esslinger Vesperkirche heißen. Nun haben sich die Veranstalter – Evangelische Gesamtkirchengemeinde Esslingen und Kreisdiakonieverband im Landkreis Esslingen – entschieden, die Vesperkirche in der Esslinger Frauenkirche als Vorsichtsmaßnahme gegen das Coronavirus abzusagen. Schweren Herzen habe man diese Entscheidung getroffen, sagt Dekan Bernd Weißenborn. Doch der Schutz von Gästen, Haupt-  und Ehrenamtlichen gehe vor. „Die Gesamtsituation entwickelt sich nach übereinstimmenden Einschätzungen offizieller Stellen dynamisch.“  „Wir können den Verlauf der Coronaepdemie nicht voraus sagen, aber wir können verantwortlich handeln“, betont auch Eberhard Haußmann, der Geschäftsführer des Kreisdiakonieverbands. „Da während der Vesperkirche teilweise  mehrere hundert Gäste und Ehrenamtliche  auf engsten Raum zusammen sind,  möchten wir  kein Risiko eingehen“, erklärt Weißenborn. Zudem seien im Moment keine weiteren Hygieneschutzmittel mehr zu bekommen, die für die Vesperkirche nötig gewesen wären. In der Vesperkirche werde Herzlichkeit großgeschrieben, sagt Haußmann. „Doch diese drückt sich unter anderem auch im Händeschütteln aus.“

Die Spenden, die für die Vesperkirche bereits eingegangen sind oder noch eingehen werden, werden für die Vesperkirche 2021 zurückgelegt. Dafür bitten die Veranstalter um Verständnis. Weißenborn, Haußmann und auch Projektleiter Bernd Schwemm bedauern die Absage, „weil sich viele Menschen darauf freuen und dort ein Stück Heimat finden und weil vieles auch schon vorbereitet wurde“, so Haußmann. Durch die relativ frühzeitige Absage würden nicht unnötig weitere Kosten entstehen, sagt Weißenborn. 

„Es sind Gründe der Vorsicht, die zu dieser Maßnahme geführt haben. Wir wollen als Kirche die Sorgen der Menschen ernst nehmen, ohne in Hysterie zu verfallen.“ Dies gelte auch für andere kirchliche Veranstaltungen wie etwa Abendmahlsfeiern oder die Zubereitung von Speisen bei Gemeindefesten. „Es wird gut und hilfreich sein, im Moment alles zu tun, um das Ansteckungsrisiko während kirchlicher Veranstaltungen so gut es geht zu minimieren“, so der Dekan.

Text: U. Rapp-Hirrlinger