Gemeinsam stark für Menschen in Not

Zehn Jahre Diakonie im Landkreis – Broschüre neu aufgelegt

© Foto: U. Rapp-Hirrlinger

Dekan Michael Waldmann, Eberhard Haußmann und Peter Gerecke (v.l.) vor dem Diakonieladen in Kirchheim

Gemeinsam stark für Menschen in Not – so könnte man das Konzept der Diakonie im Landkreis Esslingen (DiL) umschreiben. 28 diakonische Träger haben sich vor mehr als zehn Jahren zur „Diakonie im Landkreis Esslingen“ zusammengeschlossen mit dem Ziel, Kräfte zu bündeln und in sozialpolitischen Fragen mit einer Stimme zu sprechen. Die Vielfalt der diakonischen Arbeit dokumentiert eine Broschüre, in der sich alle Kooperationspartner vorstellen. Sie wurde nun aktualisiert und neu aufgelegt. Gedacht sei sie als eine Art Lotse und Leitfaden, der Hilfesuchende über die Vielfalt der Angebote in einem inzwischen komplexen Hilfenetz informiere, so Eberhard Haußmann, Geschäftsführer der DiL.

Die Palette ist breit und reicht von Altenhilfe, Erziehungsberatung, Flüchtlingsarbeit und Förderung von Langzeitarbeitslosen über Jugendhilfe, Migrationsberatung, Pflege, Psychologische Hilfen bis hin zu Schuldner- oder Suchtberatung und Wohnungslosenhilfe. Weit mehr als 100 Angebote listet die Broschüre auf. Dahinter stehen gut 4000 hauptamtlich Beschäftigte und rund 1500 Ehrenamtliche.

Für den Nürtinger Dekan Michael Waldmann, Vorsitzender der DiL, ist die Diakonie ein zentrales Handlungsfeld der Kirche. „Ohne diakonisches Handeln kann es Kirche nicht geben“, ist er überzeugt. Der christliche Glaube drücke sich im Einsatz für den Nächsten und vor allem für diejenigen aus, die in Not sind oder am Rande der Gesellschaft stehen. Das sei eine essentielle Frage von Gerechtigkeit. Es gehe nicht nur darum, soziale Probleme zu heilen, sondern auch die Ursachen aufzuzeigen. „Diakonie setzt sich anwaltlich für Menschen am Rande ein“, betont Waldmann. 

Dies ist auch ein zentraler Ansatz der Diakonie im Landkreis. „Wir verfolgen strategische Ziele gemeinsam und benennen sozialpolitisch wichtige Themen“, sagt Haußmann. Besonders drängend aus Sicht der DiL ist der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum, aber auch, genügend Mitarbeiter in der Pflege zu gewinnen. Das funktioniere nur, wenn man die Pflegekräfte angemessen bezahle. Die Diakonie biete Tariflohn, erklärt Haußmann. Peter Gerecke, stellvertretender Vorsitzender der DiL und für die Evangelische Gesellschaft (eva) Leiter der Fachberatungsstelle und der Aufnahmehäuser in Esslingen sowie der Ambulanten Dienste in Nürtingen, fordert Kontingente für sozialen Wohnraum, die dann den ganz Schwachen zu Gute kommen. „Kommunen müssen eigene Wohnungsbaugesellschaften gründen, sonst entstehen nicht genug bezahlbare Wohnungen“, ist Haußmann überzeugt. „Als Gesellschaft müssen wir ein Interesse daran haben, dieses Problem zu lösen“, ergänzt Waldmann. Sonst werde dies dem Populismus Vorschub leisten und zu sozialen Unruhen führen.

Haußmann erklärte, dass die DiL für ihr Engagement für die Gesellschaft viel Geld einsetzt. 1,4 Millionen Euro an Kirchensteuermitteln sind es jährlich.

In den zehn Jahren seit dem Zusammenschluss haben sich die Mitglieder der DiL enger vernetzt. „Es ist gut zu wissen, wer welches Angebot macht“, betont Haußmann. Dann könne man Menschen auch weitervermitteln, kooperieren. Das weiß auch Gerecke. „Wir unterstützen uns gegenseitig, denn wir können viele komplexe Fälle nicht alleine stemmen“, sagt er. 

Wo finde ich die Broschüre?

Die Broschüre „Diakonische Träger und Einrichtungen“ gibt es in vielen diakonischen Einrichtungen.