Nur 400 Meter weg, aber meilenweit besser

Die Diakonische Bezirksstelle Filder ist in Bernhausen in den Falkenweg 1 umgezogen.

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von links Eberhard Haußmann, Geschäftsführer des Kreisdiakonieverbands, Andrea Wohlfahrt, Leiterin der Diakonischen Bezirksstelle Filder, Dekan Rainer Kiess und Oberbürgermeister Christoph Traub

Andrea Wohlfahrt, Leiterin der Diakonischen Bezirksstelle Filder, sprach deshalb von einem „kleinen Wunder“. Vor einem Jahr hatte sie die Leitung übernommen und tat dies ohne eigenen Schreibtisch. In den engen Büros in der Scharnhäuser Straße gab es einfach keinen Platz dafür. An die Einstellung weiterer Berater war dort nicht zu denken, denn wo sollten diese Leute arbeiten? „Jahrelang haben wir nach neuen Räumen gesucht, wir sind geschwankt von Aussichtslosigkeit bis Resignation“, sagt Eberhard Haußmann, Geschäftsführer des Kreisdiakonieverbands.

Ende 2017, als das erfreuliche Angebot kam, musste die Entscheidung ganz schnell gehen, denn die Räume standen leer. Früher war im Gebäude im Falkenweg 1 der TÜV Österreich untergebracht. Er brauchte ebenfalls mehr Platz und war deshalb ausgezogen. Schnell haben die Vermieterinnen und der Kreisdiakonieverband zusammengefunden und einen Mietvertrag über 20 Jahre abgeschlossen. Das gab dem Kreisdiakonieverband den Mut für langfristige Investitionen. Gut 200 000 Euro hat er in den Umbau der Büroräume investiert, für die persönliche Beratung sind viele Einzelbüros entstanden. Finanzielle Unterstützung für den Umbau kam von vielen Seiten, besonders von der Deutschen Fernsehlotterie und der Vector Stiftung. Baulich lief alles reibungslos und ohne Verzögerungen. „Wir fühlen uns super wohl hier“, sagt Andrea Wohlfahrt, Chefin eines derzeit zehnköpfigen Beratungsteams.

Der Umzug erfolgte mit vielen Helfern aus den Diakonieläden im Landkreis Esslingen. Die Umzugsstrecke ging in Filderstadt-Bernhausen nur 400 Meter in Richtung Norden, doch das neue Domizil ist ein meilenweiter Unterschied. Es gibt mehr Platz, mehr Licht und die Perspektive, dass im Obergeschoss bald auch die Psychologische Beratungsstelle einziehen kann. Dann sind die gesamte Beratung und Hilfe, von der Schuldner- über die Kur- und Migrations- bis zur Lebensberatung und vielem mehr, unter einem einzigen Dach zu finden. Dieses Miteinander hat sich bereits in Esslingen bewährt.

Das neue Domizil ist gut erreichbar, Oberbürgermeister Christoph Traub kam mit dem Fahrrad zum Tag der offenen Tür. Gemeinsam mit Dekan Rainer Kiess stellte er sich den Fragen von Eberhard Haußmann. Bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, versprach er, stehe im Moment ganz weit oben auf der städtischen Agenda. „Das gilt nicht nur Menschen, die zuziehen, sondern auch für solche, die bereits in der Stadt wohnen, etwa junge Menschen, die zuhause ausziehen möchten.“ Integration sei keine kurzfristige Aufgabe für drei bis vier Jahre, sondern ein langer Prozess. „Wir tun gut daran, die Menschen in Filderstadt darauf vorzubereiten.“ Was würde der Gesellschaft ohne Kirche fehlen? Dekan Kiess beschrieb Kirche als den „Kitt“ der Gesellschaft, ohne diesen sei früher das Fenster herausgefallen. „Wo Menschen in Not sind, ist Kirche gut aufgehoben.“

Die Besucher sollten sich nicht nur informieren und die neuen Räume besichtigen, sondern auch kurz etwas arbeiten. Sie beschrifteten Steine mit Ermutigungen und Worten der Hoffnung, diese sind für künftige Klienten der Diakonischen Bezirksstelle gedacht.

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die Begrüßung durch die Leiterin Andrea Wohlfahrt und Eberhard Haußmann, Geschäftsführer des Kreisdiakonieverbands

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die Besichtigung der Räume, links Eberhard Haußmann

Kontakt

Kreisdiakonieverband im Landkreis Esslingen
Tel. 07021 92092-25
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Peter Dietrich
Freier Journalist
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