Sie setzt auf die Kompetenzen des Teams

Christiana Berner ist neue Leiterin der Psychologischen Beratungsstelle Filder

„Menschen zu helfen, sich selbst zu verstehen und Lösungen für ihre Probleme zu finden“, das hat sich Christiana Berner schon früh zum Ziel gesetzt. Dieser Ansatz zieht sich durch die gesamte berufliche Laufbahn der heute 51-Jährigen. Seit April leitet sie die Psychologische Beratungsstelle Filder im Kreisdiakonieverband (KDV) mit den beiden Standorten in Filderstadt-Bernhausen und Leinfelden-Echterdingen.

Geboren in Stuttgart, hat Christiana Berner ihre Schulzeit in Holzgerlingen und Böblingen verbracht, bevor sie in Kassel Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt Soziale Therapie studierte. Schon als Studentin hat sie in der Beratung von Menschen in Krisen mitgearbeitet. „Über Gespräche Menschen zu ermöglichen, ihre aktuelle Lebenssituation in Sprache zu fassen, und sie dabei zu unterstützen, an ihre Ressourcen anzuknüpfen, diesen Ansatz verfolgen wir auch hier in der psychologischen Beratung“, erklärt sie. 

Einem Ergänzungs- und Vertiefungsstudiengang im Fach Sozialpädagogik folgten die Promotion und später berufsbegleitend die Ausbildungen zur Supervisorin, Sozialwirtin sowie zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin. Immer wieder hat Christiana Berner mit jungen Menschen gearbeitet und in der Jugendhilfe festgestellt, dass immer mehr Jugendliche psychiatrische Behandlung brauchen, weil gesellschaftliche und familiäre Strukturen oft nicht tragfähig sind. Doch es gelte, immer das ganze Umfeld, die Familie mit im Blick zu haben. 

Universitäre Lehraufträge, Berater- und Trainertätigkeiten, die Leitung einer Außenwohngruppe für Mädchen sowie Leitungsfunktionen bei der BruderhausDiakonie und den „Zieglerschen“ – Christiana Berner bringt einen großen Strauß an vielfältigen beruflichen Erfahrungen mit. Das komme ihr in der neue Aufgabe zu Gute, ist sie überzeugt. „Mich reizt, dass ich hier an der Schnittstelle zwischen sozialer und psychotherapeutischer Arbeit tätig sein kann.“

Eingebunden zu sein in den KDV mit seinem vielfältigen Angebotsspektrum für alle Lebenslagen, dies gefällt ihr. Zudem sei der KDV sehr innovativ, biete etwa bereits seit mehr als zehn Jahren psychologische Online-Beratung an. An ihrer neuen Tätigkeit reizt sie außerdem die Vielfalt der Aufgaben. Ihr organisatorisches Talent werde ihr dabei helfen, ist Berner sicher. Sie wird selbst Klienten beraten, hat aber auch strategische und organisatorische Aufgaben. So muss sie auch unternehmerische Verantwortung übernehmen und Gespräche mit Entscheidungsträgern führen. Zur Netzwerkarbeit gehört unter anderem die Teilnahme an Arbeitskreisen und Qualitätszirkeln.

Derzeit überarbeitet und erstellt sie zudem Fachkonzepte für die Arbeit in der Beratungsstelle. Und nicht zuletzt ist die Begleitung der Mitarbeitenden eine wichtige Aufgabe der neuen Leiterin. Sie seien durchweg alle sehr gut ausgebildet und hätten verschiedene Zusatzqualifikationen, die sich ergänzten. Das ganze Beratungssegment werde von allen bedient. „Jeder ist für alle Bereiche kompetent, kann aber seine speziellen Schwerpunkte gut einbringen.“ Auf Teamgeist legt Berner großen Wert und sie sagt: „Mir ist wichtig, dass jeder in seiner Qualifikation und Leistung gewürdigt wird“, betont sie. 

Da sie bedingt durch die Corona-Pandemie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zunächst hauptsächlich über Videokonferenzen kennengelernt habe, freue sie sich jetzt darauf, alle persönlich zu treffen und als Team zu erleben. Auch wenn sie die Chefin ist, hält die Sporttrainerin sich auch im Beruf an den Grundsatz „Mitturnen statt nur vorne zu stehen“. Sie wolle ein vertrauensvolles Gegenüber sein. Dazu gehörten für sie auch Gespräche zwischen Tür und Angel, bei denen man oft viel erfahre.

Corona sieht sie durchaus als Chance: „Die Pandemie lehrt uns, dass Krisen zum Leben gehören.“ Sie erwartet aber auch, dass der Bedarf an Beratung steigen wird. Schon jetzt beobachten sie sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dass mit zunehmender Länge der Krise unter anderem Paarberatung stärker nachgefragt wird. „Wir stellen uns darauf ein, dass familiäre Konflikte zunehmen werden. Vor allem junge Menschen sind sehr belastet. Die Welt als sicherer Ort ist infrage gestellt.“

Ihr selbst gibt der Glaube eine feste Basis. „Es gibt etwas, was uns trägt und selbst in dunkler Zeit ist Veränderung möglich, das gibt mir Sicherheit.“ Bei diakonischen Unternehmen und Einrichtungen zu arbeiten, sei eine bewusste Entscheidung. Das Leitmotiv des KDV - „Dienet einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat“ -  gefällt ihr deshalb besonders. 

Christiana Berner hört in ihrem beruflichen Alltag viel Schweres. Um den Kopf frei zu bekommen, geht sie deshalb nach der Arbeit gerne mit ihrem Mann eine Runde laufen. „Mein Zauberwort heißt Bewegung, das reduziert den Stress“, weiß die Trainerin. „Was mich glücklich macht, sind die kleinen Dinge des Lebens, das Zusammensein mit der Familie oder draußen in der Natur zu sein.“